Eine Tumblr-Veteranin blickt zurück

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich meinen ersten Tumblog erstellt habe. Ich schätze, es war so um 2011 herum, das Jahr, in dem ich nach SchülerVZ mein Social-Network-Erwachen hatte und plötzlich sowohl in Facebook als auch Twitter angemeldet war. Ja, das war damals noch viel für mich. Ich war ziemlich aktiv auf Twitter, oder interaktiv, wenn man das so sagen kann. Ständig habe ich irgendwelche Leute angezwitschert oder irgendwelche Stars, in der Hoffnung, dass sie mir antworten. Das ist sogar hin und wieder passiert – die Screenshots habe ich immer noch.
Als mir Frank Iero, der Gitarrist der Band My Chemical Romance, auf Twitter geantwortet hatte und mich tatsächlich mit „you“ angesprochen hatte, bin ich erst einmal durch die Wohnung getanzt und hab überglücklich meine beste Freundin angerufen, um ihr davon zu erzählen, dass einer meiner absoluten Lieblingsmusiker jetzt weiß, dass ich existiere.
Sogar Lady Gaga hat mir mal gefolgt, aber den Account habe ich schön längst nicht mehr. Ich mag es aber, damit anzugeben. 😉

Bei einigen war es wohl üblich gewesen, seinen Tumblr-Account mit dem auf Twitter zu verknüpfen, sodass jeder einzelne Reblog oder Post zu einem Tweet wurde (wäre ich diesem Beispiel gefolgt, hätte ich heute etwa 70.000 Tweets mehr).
Und nach einiger Zeit wurde ich neugierig. Was ist dieses „Tumblr“ eigentlich? Und wieso ist jeder einzelne Post so verdammt lustig? Naja gut, definiere „lustig.“ Was ich vor fünf Jahren noch lustig fand, lässt mich heute nur noch die Augen verdrehen. Vor allem war das dunkle Zeitalter des Internets gerade in vollem Gange (9Gag ist dem heute noch nicht entkommen), in dem diese Gesichter das Netz regierten:

Funny-Meme-Faces-2-horz.jpg

Ich kriege Zustände, sag ich euch, wenn mir diese Fratzen beim Surfen begegnen. Wenn sie benutzt werden, und das werden sie leider immer noch, dann hoffe ich dass sie in ironischer Absicht benutzt werden.

Zuerst dachte ich mir noch: Ich kann doch niemals einfach so einen Blog erstellen! Mit eigenem Content, einem eigenen Design und woher weiß ich denn, was ich wie posten muss, um Follower zu bekommen? Das Konzept des eigenen Blogs war einfach viel zu merkwürdig und ich hab’s gelassen. Für ein paar Monate jedenfalls, denn nach und nach sind alle meine Twitter-Kontakte auf Tumblr übergesprungen und erzählten begeistert davon, wie toll es doch wahr, und twitterten über ihre Blogs und baten andere, ihnen zu folgen – da dachte ich mir „Komm, was die können, kannst ich auch.“
Und somit fiel mein Twitter-Account in ein tiefes Koma, das erst Jahre später wieder enden sollte.

Nun bin ich schon seit fünf Jahren auf der Webseite, habe mittlerweile meinen zweiten Account und unzählige Nebenblogs, die teilweise wirklich genutzt werden und teilweise nur dazu dienen, tolle URLs zu horden wie Klopapier während einer Apokalypse. Wenn man so lange mit dabei ist wie ich, hat man die Berechtigung, sich einen Tumblr-Veteranen zu nennen. Ich habe Aufstieg und Fall des SuperWhoLock-Fandoms und den der „Internet-Queen“ Jennifer Lawrence miterlebt. Ich war dabei, als sich die Seite von einem Meme-gefüllten Chaos, zu einem politisch korrekten Safe-Place für Minderheiten, zu einem Mischmasch aus beidem entwickelt hat.
Ich weiß noch, wie ich mich in meiner Anfangszeit über 10 Follower gefreut habe – jetzt sind es über 3.400 und es ist mir völlig wurscht. Während meiner Zeit bei Tumblr habe ich gelernt, dass Follower nicht das wichtigste sind – anfangs noch hatte ich versucht, andere zu beeindrucken und gemocht zu werden. Mittlerweile poste ich nur noch das, was mir gefällt und wenn andere mögen was sie sehen, freut es mich natürlich; wenn ich ihnen jedoch auf die Nerven gehe und sie entscheiden, mir doch lieber zu entfolgen, dann ist das auch völlig in Ordnung.
Manchmal war ich so sehr von Tumblr angenervt, dass ich kurz davor war, meinen Account zu endgültig löschen, aber seien wir mal ehrlich: Ich bin ein kleiner Tumblr-Suchti. Auch wenn ich mittlerweile nicht mehr jeden Tag auf der Seite verbringe und das auch nicht möchte, würde ich es dennoch vermissen. Außerdem habe ich viel Zeit und Mühe in meinen Tumblog investiert.
Das klingt jetzt vermutlich unglaublich schnulzig, aber ohne Tumblr wäre ich nicht die Person, die ich heute bin. Obwohl es die Tumblr-Community manchmal ein bisschen zu weit treibt und zu extrem werden kann, habe ich durch Tumblr den Feminismus kennen gelernt und durch ein paar virtuelle Nackenklatscher mein Verhalten auch anderen gegenüber sensibilisiert.
Tumblr ist jedoch nicht nur die Political Correctness Police, sie können auch ziemlich lustig sein – das ist ein bewiesener Fakt, immerhin hat die „The Best of Tumblr“-Facebookseite über 3 Millionen Likes. Der Humor dort ist einfach so erfrischend originell, dass dort alle paar Tage neue Memes entstehen, die wiederum nach wenigen Wochen wieder out sind. Es ist immer wieder komisch dabei zuzusehen, wie Social Media Manager von Unternehmen wie z.B. Denny’s versuchen, mitzuhalten und Memes für Werbezwecke zu nutzen und dennoch viel zu spät auf den Zug aufspringen und ihre Chance, relevante Posts zu erstellen, verpassen.

Auf Facebook wird sich zwar viel über Tumblr lustig gemacht, weil alle so viel Wert auf Achtsamkeit gegenüber Minderheiten und Menschen mit gesundheitlichen Störungen oder Traumata legen (siehe: Trigger-Warning) und angeblich alles „offensive“ ist, aber genau das finde ich an Tumblr eigentlich ziemlich gut. Dadurch wird Bewusstsein für diejenigen geschaffen, die wirklich zu leiden haben und sich nicht sicher im Internet bewegen können. Da hinken andere Social Networks wie Facebook und Twitter noch hinterher, um ehrlich zu sein. Ich weiß aber, dass Vine manche Videos nicht automatisch abspielt und eine Nachricht drüberklatscht, die darauf hinweist, dass der Inhalt des Videos für manche sensibel sein kann. Das ist immerhin ein Anfang.
Mit dem Add-On „New X-Kit„, die viele hilfreiche Extensions beinhaltet, kann man bestimmte Tags einfach auf die Blacklist setzen und sie somit von seinem Dashboard fernhalten.
Ich muss dazu erwähnen, dass das Add-On nicht von Tumblr erstellt wurde, sondern von den guten Feen des Internets, die soweit ich weiß noch nicht einmal Geld damit verdienen.

Seit Tumblr an Yahoo verkauft wurde, geht es mit den Upgrades einfach nur noch steil bergab – die Mitarbeiter kümmern sich nicht um die Anliegen, Wünsche und Verbesserungsvorschläge ihrer Nutzer und scheinen allesamt Scripting-Newbies zu sein, die die Seite mit jedem neuen, unnötigen Upgrade Downgrade weiter verhunzen. Jetzt wurde sogar die Reply-Funktion von Posts einfach komplett entfernt, weil sie angeblich kaum genutzt wurde, doch der Großteil der Nutzer scheint da anderer Meinung zu sein. Überhaupt sind die Mitarbeiter zu einer Witzfigur geworden, die keiner mehr ernst nehmen kann und auf die alle nur noch so einen Hals haben. Deswegen braucht man das Add-On, um überhaupt Spaß an der Seite haben zu können, geschweige denn sie gescheit nutzen zu können. Ich selbst habe 39 Extensions installiert…. das sagt schon einiges über die Seite aus, finde ich.

Doch ohne sie hätte ich einen Teil meiner Freundinnen überhaupt nicht kennen gelernt, insbesondere eine sehr gute Freundin aus England, mit der ich schon seit mehreren Jahren regelmäßig Kontakt habe und die ich unbedingt mal besuchen will. Yes, internet friendships are indeed a thing.
Außerdem besteht die Tumblr-Community offensichtlich nicht nur online, denn erst gestern habe ich wieder jemanden in der Uni kennengelernt, der ebenfalls viel auf Tumblr unterwegs ist und mich sofort super mir ihr verstanden. 😀

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Die Anti-Smartphone-Kultur und warum sie Schwachsinn ist

Auf dem Bild (Quelle) ein junger Mann in einem Museum vor einem Gemälde Vincent van Goghs. In den Händen ein Smartphone, mit dem er ein Foto von Vincents „Selfie-Portrait“ schießt. Der Rest ist Interpretation, doch den meisten, vor allem den etwas älteren unter uns, ist klar: Diagnose: Smartphone-Sucht. Hier kann mal wieder jemand nicht ohne sein Smartphone. Das Leben wird nicht mehr erlebt, sondern geteilt. Ein klassischer Smombie.

„Smartphones sind das Ende der Kommunikation, wie wir sie kennen!“, ertönt die gequälte Stimme der älteren Generation. Der Anblick dieses jungen Mannes für sie ein absoluter Albtraum, denn es ist wohl tatsächlich soweit gekommen, dass die berüchtigte Generation Y Kultur nicht mehr zu schätzen weiß und Tiefsinn nicht mal mehr erkennt, wenn er sie zu ertränken droht. Über Leute, die in der Bahn lieber auf ihren Bildschirm starren, anstatt sich mit ihren Sitznachbarn zu unterhalten, wird missbilligend der Kopf geschüttelt. Wer heutzutage kein Smartphone besitzt, gehört zu den einzig noch klar denkenden Individuen, die sich nicht von den bösen Unternehmen wie Apple und Samsung das Gehirn waschen und das Geld aus der Tasche ziehen lassen. Sogenannte Experten verfassen Artikel um Artikel über die Verwerflichkeit der heutigen Jugend, die nicht genug bekommen kann, sehen sie als eigenartige Subspezies des Menschen, die erforscht und werden muss, bilden sie in politischen Satire-Karikaturen als ahnungslose Blödel ab, die nicht wissen, wie man ein Buch aufmacht.

Hier schwingt einiges an Bitterkeit mit und das aus einem ganz einfachen Grund: Ich hab es einfach satt. Ich hab es satt, dass die Generation der Baby Boomer alles verteufelt, was nicht sie direkt begünstigt und dass wir als verwöhnt oder gar dumm dargestellt werden, weil wir gerne die Geräte nutzen, die sie erfunden haben und mit denen sie reich werden. Ich hab es satt, mich verteidigen zu müssen, weil ich gerne in Sozialen Netzwerken wie Twitter und Tumblr unterwegs bin, weil ich dann angeblich nicht mehr die Berechtigung habe, mich einen tiefgründigen Menschen zu nennen – schließlich verabscheuen tiefgründige Menschen offensichtlich Fortschritt und Technik, die das Leben ein kleines bisschen leichter macht.

Wenn eine Reihe von jungen Menschen in der U-Bahn an ihren Smartphones sitzen, sehen Anhänger der Anti-Smartphone-Kultur offensichtlich eine Reihe unsozialer Smombies, deren Blick förmlich am Bildschirm klebt und die durch einen blauen Vogel namens Larry durch Zwitscher-Laute einer Gehirnwäsche unterzogen werden. Doch wollen sie nicht sehen, was wirklich passiert – nämlich Kommunikation. Eine schreibt gerade eine Whats-App-Nachricht an ihre Mutter, dass sie sie lieb hat und heute später nach Hause kommt, da die verfluchte Deutsche Bahn mal wieder Faxen macht. Daneben sitzt jemand, der auf seinem Tablet gerade ein Buch liest, um seine nächste Informatik-Prüfung zu bestehen und jede Gelegenheit nutzt, um etwas für seine Bildung zu tun. Daneben sitzt ein Mädchen, das lustige Snapchat-Selfies an ihre Freundin aus England schickt, die sie über das Internet kennen gelernt hat, und glücklich in ihre Kamera grinst, weil es eine Möglichkeit gibt, sie trotz der riesigen Entfernung zu sehen und mit ihr zu sprechen. Daneben jemand, der gerade ein lustiges Bild über Facebook mit seinen Freunden teilt. Daneben jemand, der sich gerade ein 6-Sekunden-Video auf Vine reinzieht, um nach einem stressigen Tag bei der Arbeit einfach mal abzuschalten und ein bisschen zu lachen.

Es ist ziemlich einfach und faul, andere Leute so oberflächlich zu verurteilen – und es wird langsam alt. Wenn du willst, dass ich mit meinen Sitznachbarn rede, dann rede mit mir. Nur weil ich gerade auf einen kleinen Bildschirm gucke, heißt nicht, dass ich für dich unerreichbar bin. Aber das tust du nicht, weil es dir leichter fällt, dich stattdessen über mich und meine angebliche Smartphone-Sucht zu beschweren.

Und ja, vielleicht möchte ich manchmal tatsächlich nicht von irgendwelchen fremden Leuten in der S-Bahn angesprochen werden. Ist das verkehrt? Darf ich nicht mehr selbst bestimmen, mit wem ich rede und wann mir gerade danach ist? Vielleicht benutze ich das Smartphone tatsächlich, um mich während einer zweistündigen Zugfahrt zu reading_on_train.jpgbeschäftigen.
Vor den Smartphones waren es Zeitungen. Vor den Zeitungen waren es Strickereien, und so weiter. Menschen haben schon immer Wege gefunden, einander aus dem Weg zu gehen. Doch das macht uns nicht zu unsozialen Menschen, ihr
Zeitung-Zombies. Im Gegenteil.

Ein anderes Argument, das gegen diese bestimmte Smartphone-Nutzung im Museum aufgekommen ist, ist dass es total unnötig ist, ein Bild von einem Gemälde zu schießen, wenn man das Bild sowieso im Internet finden und abspeichern kann. Da ist die Qualität sogar besser. Wieso kann ich denn meine Zeit bei einem Museumsbesuch oder bei einem Konzert denn nicht einfach genießen, ohne ständig Bilder oder Videos davon zu machen?
Nun, das Ding ist, dass ich mein Handy nicht rund um die Uhr vor der Nase hab. Ich habe vorher und danach sicherlich genug Zeit gehabt, ein Kunstwerk zu bestaunen. Das eine Foto, das ich dann geschossen habe, hat mich nicht um meine Erlebnisse beraubt. Das 10-Sekunden-Video, das ich während eines Konzerts vor zweieinhalb Jahren in London mit meiner schlechten Videokamera auf meinem Smartphone aufgenommen hab, nimmt mir nicht das Erlebnis des dreistündigen Konzerts. Die Bilder, die ich während eines Konzerts gemacht habe, hängen jetzt an meiner Wand, obwohl ich durchaus auch professionelle Bilder dieses Konzerts im Internet gefunden hab und es mehr als genug bessere Videos des Konzerts auf YouTube zu finden gibt (einer hat tatsächlich das ganze Konzert lückenlos von Videoaufnahmen, die bei YT zu finden waren, zusammengeschnitten!). Doch meine Aufnahme habe ich immer noch und sehe sie mir hin und wieder an.
Warum mach ich das?
Weil mich diese Aufnahme, die total verwackelt ist und wo der Ton komplett verzerrt und übersteuert ist, an die schönste Zeit meines Lebens erinnert. Diese Aufnahme wurde von meinem Standpunkt aus aufgenommen, sie ist verwackelt, weil ich während der Aufnahme vermutlich aufgeregt herumgesprungen bin und zur Musik getanzt hab, der Ton ist übersteuert, da die Musik so laut war, dass das Schlagzeug meinen Herzschlag bestimmt hat. Meine Bilder von minderwertiger Qualität haben Charakter und wurden von mir geschossen. Meine Idole, mit meiner Kamera, von meinem Standpunkt aus. So wie ich sie im echten Leben gesehen hatte.
Sich perfekte, professionelle Aufnahmen anzusehen ist zwar schön, aber es ist nicht zu vergleichen.

Smartphones geben mir die Möglichkeit, meine Freunde und Follower, die sich an meinem Leben interessieren, an meinem Leben teilhaben zu lassen, anstatt ihnen nur davon zu erzählen. Ich habe die Möglichkeit, Bilder mit ihnen zu teilen, die ansonsten nur in einem Fotoalbum verstauben würden und mich zur selben Zeit mit ihnen darüber auszutauschen.

Ich persönlich liebe Smartphones und die Möglichkeiten, die sie bieten, mein Leben zu organisieren und zu vereinfachen. Ich sehe mich nicht als Opfer von Smartphones, viel eher sehe ich Smartphones als Teil des Fortschritts, der die Welt verbessern kann. Und es ist schade, dass manche Menschen sich so vehement dagegen wehren, ohne wirklich eine Ahnung davon zu haben.

Ein bestimmter Satz, der vor einiger Zeit durch das Internet kursierte – ich weiß nicht, wer ihn als erstes geäußert hat – lautet: „We live in an era of smart phones and dumb people.“
Fragt sich nur, wer genau hier der dumme ist.

Kreativität auf Knopfdruck

Man sitzt nach einem langen, harten Tag an der Uni endlich in seinem gemütlichen Wohnzimmersessel, kann nach stundenlangem Hin- und Herpendeln endlich mal entspannen und CSI: Miami gucken, weil gerade sowieso nichts gescheiteres im TV läuft, und dann fällt einem ein: Ach ja, ich muss ja noch meinen Blog füttern. Und das am besten Zack Zack, denn das alles muss ja in zwei Tagen schon abgegeben werden und lange genug online gewesen sein, um von anderen gesehen und kommentiert zu werden. Also holt man den mittlerweile etwas überanstrengten Laptop wieder aus den Tiefen seines Rucksacks hervor und öffnet ihn mit einem Ächzen, gibt sein Passwort drei mal falsch ein – es ist immerhin schon halb ein Uhr morgens, okay? – und sitzt erst einmal vor einem blanken Word-Dokument. Und nu?

Wie soll ich jetzt einen qualitativ hochwertigen Text aus dem Ärmel schütteln, der bestenfalls mit 1,0 bewertet werden kann? Denn man will es ja nicht einfach nur hinter sich bringen und 1.000 Wörter Geschwätz heraushauen, in denen man die gleiche Aussage vier mal umschreibt um die empfohlene Wortanzahl zu erreichen. Ich habe Blogs nämlich in letzter Zeit wirklich zu schätzen gelernt, nachdem sie mich jahrelang überhaupt nicht gejuckt haben. Sie sind ein tolles Medium für Menschen mit einem Mitteilungsdrang, der im „wahren Leben“ nicht befriedigt werden kann, für Menschen, die unglaublich intelligent und gebildet sind und die Öffentlichkeit mit ihrem Wissen bereichern wollen, oder für Menschen wie mich, die (noch) nicht wirklich eine Ahnung von irgendwas haben, aber trotzdem irgendwie einen Blog erstellen mussten und sich erhoffen, dass sich da auch über die Pflicht und das Studium hinaus eine Leidenschaft entwickeln kann. Weil bloggen eben cool ist.

Ich muss zugeben, dass es schwer ist, eine Leidenschaft für etwas zu entwickeln, wenn es einem aufgezwungen wird. „Schreibt über etwas, das mit Web Literacy, Onlinekommunikation zu tun hat oder dokumentiert eure Erfahrungen in den Barcamps“, war die Aufgabe. Ziemlich weit gefächert und daher eigentlich viel Raum für eingeschränkte Kreativität und dennoch entschieden sich die meisten, inklusive mir, für die Dokumentation der Barcamps. Woran könnte das liegen? Zum einen daran, dass wir eine Deadline hatten, die einem zuerst noch ziemlich weit weg erschien aber im Grunde gar nicht so fern war. Die Zeit vergeht eben doch im Flug, wenn man ständig am Machen und Tun ist und noch dazu Probleme hat, sich im Studium zu organisieren, weil man von Informationen und Terminen überschwemmt wird und noch nicht mal eine einzige Prüfung geschrieben hat. Es ist ein bisschen wie bei dem Spiel Piano Tiles 2, das von Level zu Level immer schneller wird und es immer komplizierter wird, Schritt zu halten, da die Reflexe nicht schnell genug sind und man nicht genug Übung hat, aber man doch irgendwie hofft, die richtigen Tasten zur richtigen Zeit zu drücken und das Spiel am Ende doch noch zu gewinnen.

Plötzlich sind es dann doch nur noch zwei Tage bis zur Abgabe und man hat noch nichts. Doof. Und dann ist auch noch der Kopf wie leergefegt, wenn es darauf ankommt, kreativ zu sein. „Denk nach, denk nach, denk nach“ – ein ewiges Mantra, bis man irgendwann einfach damit anfängt, ein Barcamp zu dokumentieren. Beim ersten mal zwar noch interessant, ab dem zweiten oder dritten mal wird’s aber zäh. Ich möchte mich nicht von einem Blogeintrag zum anderen quälen mit Sätzen wie „es wurde dies gesagt und dann wurde das geantwortet und dabei wurde festgestellt, dass…“ und es einfach abhaken, weil ich eben muss, sondern es wirklich gerne tun, etwas dazulernen und das – wie schon gesagt – mit Leidenschaft.

Dass so viel über Barcamps berichtet wurde, könnte außerdem daran liegen, dass die Erfahrung in Sachen Blog schreiben eben noch sehr begrenzt sind. Es ist alles noch so neu und unbekannt und wir sind gerade erst dabei, unser Online-Potential auszuschöpfen. Einige sind einfach nur glücklich, wenn sie 1.300 Wörter geschafft haben, also etwas unter der Grenze der empfohlenen Wörterzahl ist. Irgendwie ein bisschen traurig, wenn man bedenkt, dass man bei Blogs eigentlich mit Herz und Seele dabei sein sollte, oder wenigstens mit Begeisterung für das Konzept. Denn man merkt es einfach, wenn sich der Text einfach nur hinschleppt. Wenn der Autor keine Lust hat zu schreiben, hat der Leser keine Lust zu lesen.

Es ist vielleicht kein besonders guter oder hilfreicher Rat von mir, aber mir hilft es, wenn ich einfach schreibe, was mir gerade so zu dem Thema einfällt und nicht auf die kleine Anzeige achte, die jedes Wort mitzählt. Blendet sie einfach aus oder klebt von mir aus einen Zettel hin, damit ihr gar nicht erst in die Versuchung kommt. Dann kommen die Wörter auch viel einfacher und flüssiger. Es ist wie mit der Uhr, die plötzlich viel langsamer tickt, wenn man sie dabei beobachtet.

Und jetzt kann ich guten Gewissens meinen Blogeintrag beenden, ohne den heimlichen Hintergedanken, dass ich es endlich hinter mir habe.

Klein aber fein – gut besucht muss nicht besser sein

Aufgeregt, nervös und ein klein wenig ängstlich – so habe ich mich am Morgen des 19. Novembers gefühlt: Der Tag, an dem meine Gruppe mit dem Thema Shitstorm ihr erstes Barcamp halten würde. Die Tage davor waren geprägt von verrücktmachendem Zweifel, Stress und der stetigen Besorgnis, nicht gut genug vorbereitet zu sein. Immer dieser verfluchte Perfektionismus, der dazu geführt hat, dass ich meinen Gruppenkollegen mit meiner Ungeduld vermutlich fürchterlich auf den Geist ging. (Tut mir echt leid, Leute.)

Ich war für die Fotografie zuständig und daher war meine Aufgabe relativ simpel – ich musste weder Angst vor einer (Pitch-)Präsentation haben, noch mich davor fürchten, die Diskussions-Moderation zu versemmeln -, doch das hinderte mich natürlich nicht daran, vor Nervosität fast komplett am Rad zu drehen. Wir saßen immerhin alle im selben Boot und wenn sich unsere Session als Flop herausstellen würde, wäre es uns allen anzukreiden. Man hat uns zwar gesagt, dass es nicht so schlimm wäre, wenn eine Session mal nicht so gut laufen sollte, aber eine schlechte Session möchte selbstverständlich niemand. Vor allem da die Sessions des ersten Barcamps alle so beeindruckend gewesen waren.

Aus offensichtlichen Gründen, wie mehr Vorbereitungszeit und dass man mal sieht, wie das alles überhaupt funktioniert, war es gut, erst beim zweiten Barcamp dran zu sein. Doch das bedeutete leider auch eine höhere Erwartungshaltung und größerer Druck. Wie würden wir damit zurechtkommen? Rückblickend kann ich sagen, dass es okay war. Es war verbesserungswürdig und sicherlich auch nicht die beste Session des Tages, aber ich war zufrieden. Es waren nicht viele da, vielleicht zehn oder elf, was mir zuerst ein wenig Sorgen bereitet hatte, denn was ist, wenn bei wenigen Leuten keine gute Diskussion zustande kommt? Wenigere Köpfe bedeuten wenigere Meinungen, wenigere Erfahrungen und weniger Diskussionsstoff, richtig?

Nope.

Ich hab das Gefühl, dass es absolut von Vorteil ist, wenn nicht etwa 30 Leute vor dir sitzen, sondern nur eine handvoll. So entsteht kein angespannter Vortrag (was nicht bedeuten soll, dass andere Sessions angespannt oder langweilig waren), sondern eine kleine, gemütliche Runde, in jeder, der will, zu Wort kommen kann. Die Präsentatoren und Moderatoren stehen nicht vor einer Masse und sind dementsprechend weniger  aufgeregt und mehrere Menschen trauen sich, den Mund aufzumachen. So diskutieren nicht nur ein bis zwei Leute untereinander, sondern es entsteht eine Gesprächsrunde mit mehreren verschiedenen Blickwinkeln auf das Thema und unterschiedlichen Erfahrungen.

Wir waren nun jedoch nicht die einzige Gruppe mit einem interessanten Thema. Zur Auswahl standen diesmal die Themen Netiquette, Shitstorm (meiner bescheidenen Meinung nach das beste Thema), Online-Reputation, Pseudonyme, Privatsphäre und Blogger-Ethos.
Es wirkte so, als hätten sich diesmal alle abgesprochen, denn die Themen wurden im Pitch nicht mehr nur mit einer Mini-Präsi vorgestellt oder mit einer kurzen Ansprache angeworben, denn plötzlich offenbarten alle ihr zuvor verborgenes schauspielerisches Talent. Vielleicht könnte man am Mediencampus ja eine Amateur-Schauspiel-Gruppe gründen? Nur mal so eine kleine Idee am Rande. Ich persönlich könnte da nicht mitmachen, meine nicht vorhandene schauspielerische Begabung durfte ich schon in Multimedia Technologie unter Beweis stellen, wo ich nur den Part der Klappe übernommen habe und es dennoch nicht geschafft habe, nicht zu lachen.

Die Tradition der Bestechung von vorletzter Woche wurde weitergeführt, von einen mehr, von anderen weniger. So gab es diesmal keinen Sektempfang oder etwas zu gewinnen, dafür lockte eine Gruppe beispielsweise mit vier oder fünf verschiedenen,“mit Liebe ausgesuchten“ Kuchen, die anderen mit Buttons und wir, wie ich zu meiner (bzw. unserer) Schande gestehen muss, mit selbstgebackenen Brownies. Das hatte zur Folge, dass der Content oder die Themen bei der Session-Wahl von manchen außer Acht gelassen wurde und sie stattdessen die Gruppe besuchten, die das meiste oder das beste zu bieten hatten. Wir hatten uns vorher sogar überlegt, ob wir Geld zusammenlegen wollen, um im Internet ein Kopfkissen in Form des Poop-Emojis zu bestellen, um es dann bei unserer Session zu verlosen. Das war unter anderem daran gescheitert, dass wir nicht wussten wofür wir dieses Ding verlosen sollten. Wer sollte „Poop“ am Ende verdient gewinnen? Der, der die besten Beiträge bringt? Das hätten wir unmöglich so schnell entscheiden können. Sollten wir einfach Lose unter die Stühle kleben, von denen einer der glückliche Gewinner sein sollte? Der beste Tweet, der beste Instagram Post? Aus Gruppe Shitstorm wurde Gruppe Brainstorm.

Letztendlich haben wir eingesehen, wie vollkommen abwegig diese Idee überhaupt war. Wieso sollten wir uns solche Umstände machen und einfach wahllos irgendwas verschenken, nur um Kommilitonen in unsere Session zu locken? Wofür? Welchen Sinn hat das? Keinen. Kuchen und Gebäck kann man gerne anbieten, eben als kleine Erfrischung nebenher, aber man sollte das auf keinen Fall als Grund benutzen, warum man in diese bestimmte Session kommen sollte. Sowas ist – sorry – einfach billig. (Ja, auch wir haben den Fehler gemacht. Es geht hier auch um uns. Ich darf das sagen!)

Wir sind Studenten und keine konkurrierenden Unternehmen, die versuchen, sich gegenseitig aus dem Ring zu treten. Hier geht es immerhin um das miteinander und voneinander Lernen.

Ich will aber auch nicht zu viel meckern, weil ich glaube, dass es gerade so rüberkommt, als hätte mir das BarCamp Nr. 2 nicht so sehr gefallen. Das ist absolut nicht der Fall, ich fand es richtig super. Und ich kann kaum erwarten, wie das BarCamp Nr. 3 wird.

Bis denne, Henne.

… und was genau soll ein „Barcamp“ eigentlich sein?

Genau diese Frage habe ich mir gestellt, als unsere Dozenten vor uns standen und uns dieses eigenartige Konzept eines Leistungsnachweises vorstellten. Ist doch eigentlich ganz logisch, oder? Barcamp wird aus den Wörtern „Bar“ und „Camp“ zusammengesetzt. Also eine Menge Alkohol und eine Übernachtung im Freien und vielleicht ein kuscheliges Lagerfeuer mit angenehmen Gitarrenklängen? Wäre auch nicht schlecht, aber ganz so laufen Barcamps nicht ab. (Obwohl es bei einer Session tatsächlich Alkohol gab, aber dazu später mehr.)

Was ist ein Barcamp?

Wie das ganze funktionieren sollte, zeigte uns ein Video, das freundlicherweise von einer Onkomm-Studentin aus dem dritten Semester erstellt wurde. Normalerweise also zieht sich so ein BarCamp über ein Wochenende, wird von Sponsoren finanziert und beinhaltet eine Vorstellungsrunde, ein Plenum, mehrere Sessions zu bestimmten Themen und einer gemeinsamen Reflektion zum Abschluss.
So etwas im kleinen Rahmen von nur 80+ Studenten auszuführen ist gewagt, aber nicht unmöglich─das hat der Onkomm-Jahrgang vor uns bewiesen.

Ein Video konnte mich dennoch nicht darauf vorbereiten, was sich letztendlich abspielen würde. Sich Erklärungen und Definitionen anzuhören ist an sich zwar kein schlechter Anfang, aber dabei sein ist eben doch alles.

Von der Theorie in die Praxis

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#WerIstLarry? Dieser hübsche Twitter-Vogel.

Sowohl die Finanzierung durch Sponsoren (leider, leider …), als auch die Vorstellungsrunde fielen bei uns weg, da wir uns mittlerweile mehr oder weniger kannten und sich bereits so etwas wie eine Community entwickelt hatte. Eine „Oncomm“, wenn man so möchte.
Angefangen haben wir mit einem Pitch, in dem jeder, der an diesem Tag eine Session halten würde, in zwei Minuten von sich und seinem Thema überzeugen sollte. Im Nachhinein muss ich zugeben, dass ich (bzw. wir als Gruppe) komplett planlos an die Sache herangegangen wäre, wenn ich nicht vorher gesehen hätte, wie meine KommilitonInnen die Situation gemeistert haben.

Zur Auswahl standen uns also die Themen YouTube, WordPress, Mahara, Instagram, Twitter und Skype. Die Themen die ich besucht habe, waren Instagram, weil die Plattform für mich einfach aufregend ist und es dort meiner Meinung nach immer viel Diskussionsbedarf gibt, und Mahara, da die Seite weniger als benutzerfreundlich ist und man immer einen oder zwei Experten gebrauchen kann, die einem sagen, wo es langgeht.

Und täglich grüßt das Murmeltier die Präsentation

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#onkomminstagram war der schlichte Hashtag für die Session

Die Barcamp-Premiere der Onkomm-Erstis. Was für ein Erlebnis. Nicht nur für mich als Zuschauer, sondern gewiss auch für die Gruppe, die dafür verantwortlich war. Die Neugier und Aufregung in der Luft war beinahe mit Händen zu greifen, als nach und nach alle Teilnehmer eintrudelten, die sich für das Thema Instagram interessierten, und darauf warteten, bis die Uhr endlich Viertel nach Zwölf schlug und die Veranstaltung losgehen konnte.

Und begonnen hat das ganze selbstverständlich – und wie könnte es auch anders sein? – mit einer Präsentation. Ich möchte klar stellen, dass mein Unmut nicht ein Fehler seitens der Präsentatoren der Session war – denn die haben wirklich einen sehr guten Job gemacht – sondern an meiner über die Jahre entwickelten, abgrundtiefen Abneigung gegen diese Methode, Informationen an den Mann (und die Frau) zu bringen. Mein alter Nemesis, mit dem ich wohl oder übel Frieden schließen muss, wenn ich weiterhin Onlinekommunikation studieren möchte, so wurde mir mitgeteilt.

Umso viel mehr Spaß hatte ich in der Diskussionsrunde, für die ich den Moderatoren erst einmal ein großes Lob aussprechen möchte. Es wurden keine 08/15 Fragen gestellt, für die man auf die Schnelle eine Ja-Nein-Antwort raushauen konnte, sondern Fragen, mit denen man sich wirklich auseinandersetzen musste und für die es keine richtige oder falsche Antwort gab. Zudem haben sie eine angenehme Atmosphäre geschaffen, indem sie nicht steif und nervös vor uns standen, sondern es sich auf den Drehstühlen bequem gemacht und somit auf Augenhöhe mit uns kommuniziert haben. Präsentations-Tabu, ja, nein, hin oder her – eine lockere Atmosphäre ist meiner Meinung nach Voraussetzung für ein gutes Gespräch oder eine gute Diskussion. Und die gab es auf alle Fälle.

„Es gibt einen Sektempfang!“

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Die Kiwi als Symbol für den neuseeländischen Ursprung Mahorrors

Damit lockte die Mahara-Gruppe in ihre Session. Eine wirklich außerordentlich üble Bestechungsmethode, die Früchte getragen hat. Buchstäblich.
Zahlenmäßig waren die Anwesenden der Instagram-Session dennoch überlegen. Wie auch immer, mehr Sekt für den Rest von uns!
Ich bin mir zu 99,9 Prozent sicher, dass sich kein einziger Student mit Mahara anfreunden konnte – nicht einmal die Mahara-Gruppe ist von Mahara begeistert.
„Mahorror“, wie sie es so wundervoll bezeichnet haben – ein Ausdruck, für den ich sie noch immer feiere und den ich so lange benutzen werde, bis die Seite wie MySpace an Relevanz verliert und für immer in Vergessenheit gerät.

Okay, ich gebe zu, dass die Seite für Studienangelegenheiten gar nicht so schlecht ist, da sie Facebook in Sachen Datenschutz weit voraus ist (hoffentlich) und absolut nichts öffentlich gemacht wird. Das heißt also, wenn man einen Blog veröffentlichen möchte, aber noch nicht so genau weiß, wie man das überhaupt anstellen soll, kann man das geschützt auf Mahara machen, ohne dass jeder darauf zugreifen kann. Ein absoluter Pluspunkt, aber in meinen Augen leider auch der einzige.

In Usability hinkt sie jeder anderen Seite jedoch noch ziemlich hinterher. Wenn ich für das Nutzen einer Seite ein Handbuch zurate ziehen muss, hat es in meinen Augen bereits keinen Sinn mehr, sich überhaupt anzumelden und sich weiter damit zu befassen. Eine Seite, die man nicht versteht, wird nicht genutzt. Im Internet möchte man eben alles so einfach wie möglich haben und am besten ohne Frust. Bei Mahorror leider Fehlanzeige. Da wir die Seite jedoch nutzen müssen, kam das Mahorror-Barcamp sehr gelegen.

Die Session wurde hauptsächlich dafür genutzt, uns bei den Problemen weiterzuhelfen, die wir mit Mahorror hatten, uns zu zeigen, wie wir unser Profil verschönern können und wie die Seite überhaupt funktioniert und was man damit alles machen kann.
„Easy peasy. Bild rein und gut ist“, dachte ich arglos.
„Aber warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?“, dachten sich die Mahorror-Gründer und erschufen das Internet-Äquivalent eines Irrgartens.
Der Versuch, meine anderen Sozialen Netzwerke mit hübschen Icons zu verlinken, endete in einem Desaster. Irgendwas schien ich immer falsch zu machen, denn die Bilder wollten und wollten einfach nicht funktionieren, sondern verspotteten mich und meine Versuche, indem sie entweder als gebrochene Kästchen erschienen oder gar nicht erst auftauchten.
Der Trick ist, sie vorher als Datei hochzuladen und sie dann einzufügen, dann sollte es einwandfrei funktionieren. Das ist etwas, was die Mahorror-Mitarbeiter dringend verbessern müssen. Was sie hoffentlich auch tun werden, denn wir haben zusammen Verbesserungsvorschläge gesammelt, die die Gruppe dann nach Neuseeland weiterleiten wird. Ich hoffe wirklich, dass sie dort zu Herzen genommen werden.

Lehren und Lernen

Wer hätte gedacht, dass Leistungsnachweise so viel Spaß machen können? Ich ganz bestimmt nicht. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass sie nicht auch stressig sein können. Denn was so zwanglos und lässig aussieht, ist das Resultat wochenlanger Arbeit und Organisation – Gruppenarbeiten sind nicht mehr so einfach wie in der Schule, als alle noch im selben Ort gewohnt und keine Verpflichtungen wie Jobs hatten. Sich zu fünft oder zu sechst zeitlich koordinieren zu müssen, stellt auf alle Fälle eine Herausforderung dar. Unmöglich ist es nicht. „Wer will, der kann“, oder so ähnlich.

Der Leistungsdruck ist jedoch im Vergleich zu Klausuren wesentlich niedriger. Bei Barcamps muss nicht immer alles perfekt sein, man muss nicht die Antworten auf alle Fragen kennen und man steht nicht alleine da. Und wenn mal was schief läuft, ist das halb so wild. Es gibt immer noch die Zuschauer, die ihren Senf dazugeben und andere mit ihren Sichtweisen und ihrem Wissen bereichern und dir somit den Arsch retten können.

Das ist es, was mir an Barcamps so gefällt: Das Geben und Nehmen.